Appetitanreger für Senioren: Tipps gegen Appetitlosigkeit im Alter

Isabell Jungesblut

Appetitanreger für Senioren: Tipps gegen Appetitlosigkeit im Alter

Isabell Jungesblut
Vielleicht haben Sie es schon bei Ihrem Angehörigen oder Ihrer Angehörigen bemerkt: Das Essen bleibt öfter auf dem Teller, es wird weniger gegessen – manchmal sogar zu wenig. Appetitlosigkeit im Alter ist ein häufiges Problem, das viele ältere Menschen betrifft. Die Ursachen sind vielfältig: Der Geschmackssinn verändert sich, das Hungergefühl lässt nach oder gesundheitliche Einschränkungen erschweren das Essen.

Doch eine ausreichende Nahrungsaufnahme ist wichtig, um Kraft zu erhalten, das Immunsystem zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Als pflegende Angehörige können Sie einiges tun, um den Appetit Ihres Angehörigen zu unterstützen und die Nahrungsaufnahme angenehmer zu gestalten.
Ob durch kleine, liebevoll angerichtete Mahlzeiten, anregende Gewürze oder eine gemütliche Essensatmosphäre – es gibt viele einfache Maßnahmen, die helfen können, wieder mehr Freude am Essen zu finden.

Ursachen der Appetitlosigkeit im Alter

Seniorin lässt Teller vor sich stehen: Appetitlosigkeit kann viele Ursachen haben.
Wenn Sie bei Ihrer pflegebedürftigen Person bemerken, dass sie weniger isst oder Mahlzeiten oft stehen lässt, fragen Sie sich vielleicht, woran das liegt. Ein nachlassender Appetit im Alter ist keine Seltenheit, und die Ursachen dafür können vielfältig sein.

Oft steckt eine Kombination aus körperlichen, psychischen und sensorischen Veränderungen dahinter. Medizinische Gründe wie Diabetes, Demenz oder Verdauungsprobleme können dazu führen, dass das Hungergefühl nachlässt. Auch Schmerzen oder bestimmte Medikamente spielen eine Rolle, denn viele Arzneimittel haben Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Geschmacksveränderungen.
Doch nicht nur der Körper, auch die Psyche beeinflusst das Essverhalten. Einsamkeit, Traurigkeit oder Stress können dazu führen, dass die Lust auf Essen schwindet. Wer sich nicht wohlfühlt oder keinen Appetit verspürt, greift seltener zur nächsten Mahlzeit – und das kann auf Dauer problematisch werden.
Hinzu kommt, dass sich die Sinne mit dem Alter verändern: Geschmack und Geruch werden schwächer wahrgenommen, sodass das Essen oft fad oder wenig ansprechend wirkt. Auch Zahnbeschwerden oder Kauprobleme können dazu führen, dass bestimmte Lebensmittel gemieden werden.
Und schließlich spielt Bewegung eine große Rolle: Wer sich weniger bewegt, hat oft auch weniger Hunger. Dabei ist körperliche Aktivität wichtig, um den Stoffwechsel anzuregen und den Appetit zu fördern.

Was tun? Tipps zur Appetitanregung bei älteren Menschen

Ein nachlassender Appetit im Alter kann viele Ursachen haben, doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Lust am Essen wieder zu steigern. Aber was können Sie tun, wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger keinen Appetit mehr hat? Hier sind einige bewährte Maßnahmen, die helfen können.

1. Kleine, ansprechende Mahlzeiten anbieten

Große Portionen können schnell überwältigend wirken. Stattdessen kann es helfen, kleinere, appetitliche Mahlzeiten über den Tag verteilt anzubieten. Achten Sie darauf, das Essen optisch ansprechend zu gestalten. Farbenfrohe Teller, liebevoll angerichtete Speisen und bekannte Lieblingsgerichte wecken oft Erinnerungen und steigern die Essfreude.

2. Appetitanreger für Senioren – Natürliche Lösungen

Natürliche Zutaten können helfen, den Appetit anzuregen. Wärmende Gewürze wie Ingwer, Kurkuma oder Zimt können nicht nur für eine angenehme Würze sorgen und die Verdauung fördern, sondern auch den Appetit anregen.​​ Bitterstoffe, die in Lebensmitteln wie Chicorée, Grapefruit oder Artischocken enthalten sind, wirken als natürliche Appetitanreger für Senioren und unterstützen den Stoffwechsel. Auch frische Kräuter wie Basilikum oder Petersilie können Sie nutzen, um den Geschmack zu intensivieren und das Essen interessanter zu machen.

3. Appetitanreger für Senioren in Form von Säften

Neben festen Speisen können auch Getränke den Appetit anregen. Frische Säfte, zum Beispiel Orangensaft mit Ingwer, liefern nicht nur wertvolle Vitamine, sondern sind auch leicht bekömmlich. Es gibt zudem spezielle Appetitanreger-Säfte mit Kräutern, Bitterstoffen oder zusätzlichem Protein. Wenn Sie lieber auf hausgemachte Alternativen setzen, können Sie beispielsweise Apfelsaft mit Zimt oder Karottensaft mit Kurkuma ausprobieren, um den Appetit zu fördern.
Frau bereitet Saft zu. Säfte können helfen, den Appetit wieder anzuregen.
4. Mahlzeiten angenehmer gestalten

Neben der Auswahl der Lebensmittel spielt auch die Atmosphäre beim Essen eine große Rolle. Gemeinsame Mahlzeiten können den Appetit steigern, da das soziale Miteinander oft motiviert, mehr zu essen. Zudem hilft es, wenn Sie eine stressfreie Umgebung zu schaffen, in der sich die pflegebedürftige Person wohl fühlt. Auch bewusstes Genießen – ohne Ablenkung durch Fernsehen oder andere Reize – kann dazu beitragen, das die pflegebedürftige Person das Essen wieder mehr wertschätzt.

5. Mehr Abwechslung und feste Essenszeiten

Neben Lieblingsgerichten kann es helfen, regelmäßig neue Rezepte auszuprobieren oder Speisen farbenfroh zu gestalten, um das Interesse am Essen zu wecken. Gleichzeitig sind feste Essenszeiten wichtig, da sie dem Körper einen regelmäßigen Rhythmus geben und das Hungergefühl fördern. Eine ausgewogene Mischung aus Vertrautem und Abwechslung kann dazu beitragen, den Appetit Ihrer Liebsten langfristig zu steigern.

6. Mangelnde Bewegung berücksichtigen

Bewegung an der frischen Luft oder leichte körperliche Aktivität vor dem Essen kann den Stoffwechsel anregen und das Hungergefühl fördern. Schon ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft oder sanfte Bewegung vor dem Essen kann den Stoffwechsel anregen und den Appetit Ihrer Angehörigen fördern.

Fazit: Appetitlosigkeit im Alter sanft entgegenwirken

Bereits kleine Anpassungen im Alltag können helfen, den Appetit älterer Menschen zu fördern – sei es durch ansprechende Mahlzeiten, natürliche Appetitanreger oder eine angenehme Essensatmosphäre. Wichtig ist, die Maßnahmen individuell an die Bedürfnisse der Person anzupassen und sanfte Appetitanreger auszuprobieren. Mit Geduld und einfühlsamer Unterstützung können Sie oft eine Verbesserung erzielen. Falls sich der Appetit trotz aller Maßnahmen nicht verbessert oder ein starker Gewichtsverlust auftritt, sollte Sie einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.


💜-liche Grüße 

Appetitanreger für Senioren: Häufig gestellte Fragen

Warum haben ältere Menschen oft keinen Appetit?

Veränderungen des Geschmackssinns, Krankheiten wie Diabetes oder Demenz, Nebenwirkungen von Medikamenten oder psychische Belastungen können den Appetit verringern. Auch mangelnde Bewegung kann für weniger Appetit sorgen. 

Welche natürlichen Appetitanreger für Senioren gibt es?

Wärmende Gewürze wie Ingwer, Kurkuma oder Zimt, Bitterstoffe aus Chicorée oder Grapefruit sowie Kräuter wie Basilikum oder Petersilie können den Appetit anregen.

Wie kann man den Appetit im Alter zusätzlich fördern?

Kleine, ansprechende Mahlzeiten, Lieblingsgerichte und eine angenehme Essensatmosphäre helfen, die Lust am Essen zu steigern.

Sind Säfte als Appetitanreger für Senioren geeignet?

Ja, frische Säfte und Smoothies wie Orangensaft mit Ingwer oder Apfelsaft mit Zimt liefern wichtige Nährstoffe und können den Appetit fördern.

Appetitlosigkeit: Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bei anhaltender Appetitlosigkeit oder starkem Gewichtsverlust ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Hochkalorische Getränke oder Nahrungsergänzungsmittel können in Absprache mit dem Arzt unterstützen.
Zur Autorin

Isabell Jungesblut

EXAMINIERTE GESUNDHEITS- UND KRANKENPFLEGERIN
Als Expertin für Gesundheits- und Krankenpflege bringt Isabell Jungesblut umfangreiche Erfahrungen aus der Akutversorgung aber auch aus der vollstationären Langzeitversorgung mit. Hier im Pflege ABC teilt sie ihr umfangreiches Wissen mit Ihnen, um die Pflege für Sie zu erleichtern.
Bild-Quellen: Header: Foto von freepik; Bild 1: Foto von freepik; Bild 2:  Foto von freepik

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